Zentralarchiv in Nienburg - Kreis-Chorverband Nienburg/Weser e. V.

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Kreis-Chorverband
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Archiv unserer Chorverbände in Nienburg

Hier werden Sie interessante Beiträge zur Geschichte des Kreis-Chorverbandes Nienburg (Weser) e.V. und der angeschlossenen Vereine finden, sowie Beiträge des Deutschen Chorverbandes und Chorverband Niedersachsen-Bremen.
Das Chorarchiv

Das Zentralarchiv des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen ist seit 1994 im Stadtarchiv Nienburg in der Villa Holscher untergebracht. Es wird von der Diplom-Archivarin Patricia Berger betreut. Sachgemäße Aufbewahrung / Katalogisierung von Zeit- und Tondokumenten, wie
  •  Fahnen, Gemälde, Fotos,
  •  Zierrat, Plakate, Protokolle,
  •  Jubiläums- und Vereinschroniken,
  •  Schriftenreihen,
  •  musikalisch-chorische Dokumente und anderes

zur Ansicht und zu Forschungszwecken. Das Archiv ist kein "Museum", sondern ein Infopool über das geschichtliche Laienchorwesen im Verbandsgebiet. Eine EDV-Branchensoftware ist geplant, so dass eine Darstellung auch im Internet möglich wird. Von der Geschäftsstelle können Sie die Sonderschrift (Schrift Nr. 26) über das Chorarchiv anfordern. Auf Diskette steht ein Inhaltsverzeichnis zur Verfügung.
Geben Sie Ihre historischen Materialien als Dauerleihgabe oder als Schenkung ins Chorarchiv, bevor etwas "für immer verschwindet"! Auch "unscheinbar" anmutende Sachen können für den lückenlosen Nachweis einer chorischen Epoche ihre Bedeutung haben.
Besuche des Archivs sind auf Vereinbarung möglich.

Anschrift:
Archiv des Chorverbandes Niedersachsen-Bremen e.V.
Frau Patricia Berger
Verdener Straße 24
31582 Nienburg
Tel.: 0 50 21 - 607 424
Fax:  0 50 21 - 607 410
GESCHICHTE / HISTORIE
 
Kurzüberblick
Chorverband Niedersachsen-Bremen e.V.
1831: Gründung als "Vereinigte Norddeutsche Liedertafeln" in Nienburg.
1949: Umbenennung in "Nordwestdeutscher Sängerbund" mit Sitz in Bremen.
1990: Umbenennung in "Chorverband Niedersachsen-Bremen e.V." (CVNB) mit Sitz in Bremen. Der CVNB ist gemeinnütziger, eingetragener Verein.
Mit dem Sängertag 2006 (25.02.2006) erfolgte die Umbenennung
von Sängerkreis in Kreischorverband,
von Sängertag in Chorverbandstag,
von Musikausschuss in Chorleiterrat,
von Musikbeirat in Chorleiterbeirat.

"Liedertafeln" waren Gründer

Nienburger "Stadtväter" als eifrige Förderer von "Frau Musika"
Der "rote Faden" führt kontinuierlich von den durch die Initiative des Berliner Liedkomponisten und Goethefreundes Carl Friedrich Zelter gegründeten "Liedertafeln" zu den Sängerkreisen, Sängerbünden und - für unsere Region - zu dem Chorverband Niedersachsen-Bremen. "175 Jahre Chorverband", diese Jubiläumsveranstaltung beruft sich damit auf die am 16. Juli 1831  durch hannoversche, Bremer und Nienburger Sänger erfolgte Gründung des "Bundes der Vereinigten Norddeutschen Liedertafeln" im Oyler Wald.
Besonders bemerkenswert: Nienburger "Stadtväter" waren einst Mitbegründer der Nienburger Vereinigung und traten auch in der Folgezeit häufig als eifrige Förderer und Freunde von "Frau Musika" auf.

Für den historisch Interessierten sind Namen mehr als "Schall und Rauch", und so gibt uns denn die Liste der Gründungsväter der Nienburger "Liedertafel" interessante Stichworte zur Stadtgeschichte.
Mit der Mitgliedsnummer 1 wird der Stadtkommissär Georg Schmeidel aufgeführt, der auch als erster Liedervater fungierte. Nr. 2 hatte Bürgermeister Günter Müldener, Liedervater von 1837 bis zu seinem frühen Tode 1839. Weiterhin erscheinen unter den Sängern, die sich 1831 als "Liedertafel" konstituierten, Rektor J. A. Freitag, Hauptmann Rupstein, Ökonom August Schmeidel, (Bruder des Stadtkommissärs und später Senator), der Advokat und spätere Justizrat H. F. Ratjen, Deichinspektor Bindorf, Konrektor Kettler, die Postsekretäre Mensching und Hagedorn, Stadtsekretär David Kotzebue (später Bürgermeister), die Amtsassessoren von Plate und Dr. Wedekind, Kantor Quellhorst sowie der Regimentsarzt Dr. med. Kels. Gesungen wurde damals im Rathaussaale.
Nienburg verfügte zu jener Zeit nicht gerade über ein "glänzendes Budget", so formuliert es Heinrich Gade in seiner "Geschichte der Stadt Nienburg" (1862). "Aus dem Vollen" hatte man allerdings schon lange nicht mehr schöpfen können; so wurde 1703 auf landesfürstlichen Befehl - infolge der misslichen Finanzwirtschaft der Stadt - dem Magistrat ein "Stadtkommissär" vorgesetzt. 1825 war der genannte Georg Schmeidel in dieses Amt gewählt worden. Sein Wirken fand bei der Bevölkerung jedoch so viel Anerkennung, dass Gade (postum) bemerkt: "Schmeidels liebenswürdige Persönlichkeit und sein Wirken sind hier noch so bekannt, dass es seines Lobes nicht bedarf."
Bürgermeister Müldener hatte 1825 sein Amt angetreten. Es gelang ihm, den Neubau des beim Abzug der französischen Besatzer 1813 herausgesprengten mittleren Bogens der steinernen Weserbrücke durchzusetzen, der 1828/29 endlich erfolgte.

Nachdem die Stadt Nienburg seit 1820 ohne Garnison gewesen war, rückte 1825 das bisher in Stade stationierte 9. Infanterieregiment, von der Bevölkerung festlich eingeholt, in Nienburg ein. Nach Gründung der "Liedertafel" brachten sich die Regimentsmusiker eifrig ein.
So finden wir Hauptmann E. Fr. Rupstein unter den Gründungsmitgliedern, als erster Gesangsmeister wirkte Musikdirektor Staude, und Major F. Basson erscheint in der Chronik für die Jahre 1834 bis 1837 als "1ter Direktor resp. Liedervater" und für den gleichen Zeitraum auch als Gesangmeister.
Eine lange Reihe von "Stadtvätern" und Amtspersonen, nun überwiegend "ziviler Natur", könnte genannt werden, die sich im Verlauf der nächsten Jahrzehnte - mit oder ohne Mitgliedschaft - als Förderer und Freunde der "Liedertafel" erwiesen. Nicht vergessen werden darf indes Carl Schütte, der sich als Senator in vielfacher Weise um die Stadt Nienburg verdient machte. Als Liedervater fungierte er von 1908 bis 1919. Er brachte 1891 den Antrag ein, aus Anlass des 60-jährigen Bestehens des Bundes der "Vereinigten Norddeutschen Liedertafeln" einen Gedenkstein mit entsprechender Inschrift "im Oyler Holze" zu errichten.
Der Gedanke fand auch auf dem daraufhin anstehenden Sängertag in Braunschweig freudige Zustimmung. 1893 konnte der "Sängerstein" auf der Höhe des "Oyler Berges" eingeweiht werden. Nach seinem Rücktritt vom Amt wurde Carl Schütte zum Ehrenliedervater ernannt. Hochbetagt konnte er noch an der Hundertjahrfeier des Bundes im Jahre 1931 teilnehmen.
Ein Wermutstropfen zum Schluss: Der Männerchor der Nienburger "Liedertafel" besteht nicht mehr. Der 1963 gegründete Frauenchor erfreut sich jedoch nach wie vor regen Zuspruchs.

Hans-Otto Scheegluth
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